Kurzinterview mit Arbeitsgruppenleiterin Charlotta Lorenz
Dr. Charlotta („Lotta“) Lorenz ist Biophysikerin und erforscht Selbstassemblierungsprozesse weicher Materialien sowie deren Strukturen und Eigenschaften. Seit Anfang des Jahres arbeitet sie am DWI als unabhängige Forschungsgruppenleiterin und ist gerade dabei, ihr Team aufzubauen. Hier stellen wir sie kurz vor:
Woran arbeitet deine Gruppe?
Mit meiner Gruppe möchte ich die Physik verstehen, die die Eigenschaften von biologischen und weichen Materialien bestimmt, und wie wir sie für biomedizinische und nachhaltige Anwendungen nutzen können.
Was ist das zentrale Ziel deiner Forschung in den nächsten Jahren?
Ich fände es super cool, irgendwann eine gigantische Datenbank zu haben, die mit Eigenschaften und Strukturen weicher Materialien gefüttert wurde, so dass wir mit KI schnell neue, nachhaltige Materialien designen können. Wir brauchen vor allem auch viele verschiedene Materialien, um Ressourcen schonen zu können. Dafür wäre so eine Material-Ideen-Generation genial.
Welche Herausforderung in deinem Forschungsfeld reizt dich am meisten?
Obwohl diverse weiche Materialien super präsent sind in unserem Alltag, haben wir (immer noch) ein vergleichsweise geringes Verständnis von komplexeren Struktur-Eigenschafts-Relationen. Puzzleteile zu diesem Rätsel hinzuzufügen, finde ich super spannend.
Was motiviert dich im Alltag deiner Arbeit am meisten?
Wenn ich Experimente mache oder Daten sehe, ist das der Moment, in dem Wissenschaft entsteht. Diesen allerersten Moment, wo neues Wissen die Welt betritt und man zum allerersten Mal eine Beobachtung von etwas bislang Unbekannten macht, finde ich absolut magisch und höchst motivierend. Für mich ist außerdem Wissensweitergabe und Bildung extrem wichtig und antreibend, das kann in Form von Publikationen oder „klassischer“ Lehre sein.
Was gefällt dir am DWI besonders gut?
Am DWI gefällt mir das interdisziplinäre und kollaborative Arbeiten von Spitzenforscher*innen extrem gut. Wir haben außerdem eine top Ausstattung, die wissenschaftlichen Fortschritt schnell ermöglicht. Insgesamt finde ich den „vibe“ am Institut auch echt super.
Wie verbringst du Zeit außerhalb des Labors?
In meiner Freizeit bin ich gerne aktiv – am liebsten draußen. Ich klettere, wandere, laufe und fahre viel Rad. Ich mag auch kreative Tätigkeiten wie Klavierspielen und Basteln.
Kaffee oder Tee?
Ich trinke auch Tee, aber auf eine einsame Insel würde ich eher Kaffee mitnehmen.