Dr.-Ing. Alexandra Rommerskirchen erhält Bertha-Benz-Preis

21.09.2021

Die Ingenieurwissenschaftlerin Dr.-Ing. Alexandra Rommerskirchen wird für ihre Dissertation mit dem Titel „Kontinuierliche fließ-kapazitive Deionisierung“, die sie am DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien und am Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik (AVT.CVT) der RWTH Aachen angefertigt hat, mit dem Bertha-Benz-Preis 2021 ausgezeichnet.

Extrem originell und klar strukturiert: So beschreibt Doktorvater Prof. Dr.-Ing. Matthias Wessling die Arbeit von Alexandra Rommerskirchen. Für diese exzellente Arbeit wird ihr nun der Bertha-Benz-Preis verliehen. Dieser zeichnet junge Ingenieurinnen aus, die mit den Ergebnissen ihrer Dissertation einen gesellschaftlichen Mehrwert geschaffen sowie Pioniergeist, Mut und visionären Charakter gezeigt haben. Der Preis wird von der Daimler und Benz Stiftung verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. 

Wasser ist für alles Leben auf der Erde unerlässlich. Darüber hinaus spielt es selbstverständlich auch eine unentbehrliche Rolle in vielen landwirtschaftlichen und industriellen Prozessen. Im Rahmen ihrer Dissertation beschäftigte sich Alexandra Rommerskirchen mit einem Entsalzungsverfahren, um industrielle Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten. „Bei vielen Herstellungsprozessen entstehen Abwasserströme mit hohen Salzgehalten. Um sowohl die Umweltbelastung zu verringern, als auch ressourcenschonend zu arbeiten, ist eine Aufreinigung der Prozesswasser und somit eine Rückgewinnung der gelösten Salze nötig“, erklärt die Ingenieurin. Dies wird durch die von ihr neu entwickelte Technologie der kontinuierlichen fließ-kapazitiven Deionisierung ermöglicht.

Dabei werden zwei Elektroden verwendet, zwischen denen das Salzwasser hindurchfließt. Das enthaltene Salz ist geladen und wird von den Elektroden angezogen. Um möglichst viele Salzwasser-Ionen aufzunehmen, hat die Ingenieurwissenschaftlerin fließfähige Kohlenstoff-elektroden verwendet. Die salzbeladenen Elektroden werden in einem weiteren Modul regeneriert und das Salz dort konzentriert. Anschließend können sowohl die Elektroden als auch die Salze wiederverwendet werden. So kann das Verfahren zum einen kontinuierlich betrieben und zum anderen die Ressourcen für weitere Prozesse wiederverwendet werden. „Mit dieser neuen Technologie können wir nun auch Ströme angehen, die vorher als nicht-prozessierbar galten“, erklärt Rommerskirchens Doktorvater und Mitglied der wissenschaftlichen Leitung am DWI Prof. Dr.-Ing. Matthias Wessling.

Durch ihre interdisziplinäre Arbeit verbindet die Verfahrensingenieurin Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung mit deutlichem Umweltschutzaspekt für eine nachhaltige Industrieproduktion. Ihr äußerst effizienter, energiesparender und kostengünstiger Prozess bietet somit Grundlage für weitere technische Anwendungsgebiete und regt ein Umdenken hin zu Kreislaufprozessen an.

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Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung

Prof. Dr.-Ing. Matthias Wessling

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Im Videoportrait erklärt Alexandra Rommerskirchen das Projekt und ihre Arbeit.